


Verschiedene herausragende Persönlichkeiten prägten Projektierung und Gründung der Bahngesellschaften in Graubünden, die Planung und den Bau der Strecken sowie den Betrieb und die Instandhaltung der Bahnen, was schliesslich zur Würdigung der Albula- und Berninabahn als UNESCO Weltkulturerbe führte.
Die Geschichte ist eng verbunden mit dem Wirken von Politikern und Ingenieuren, Tunnelarbeitern und Depothandwerkern, Menschen wie zum Beispiel dem Zugführer Augustin, der im Bahnmuseum zu Wort kommt.
Das Bahnmuseum Albula sammelt persönliche Geschichten, gefunden in Archiven und Zeitzeugenberichten, in historischen Filmfragmenten und Fotografien, in Radiorep ortagen und Zeitungsartikeln. Erst durch diese Aufzeichnungen beginnen die Objekte in der Sammlung von technischem Gut der Rhätischen Bahn zu sprechen.
Dem Besucher werden mittels interaktiver Installationen, Klangräumen und Simulatoren die Geschichte der Bahn und ihre Persönlichkeiten vermittelt; der Besucher wird Teil der Geschichte, die er im Bahnmuseum Albula erlebt.
Kultur- und sozialgeschichtliche Themen haben einen grossen Stellenwert im Bahnmuseum Albula, so werden neben den grossen Veränderungen, die der Eisenbahnbau im Kanton Graubünden mit sich brachte, auch die kleinen Details beachtet; neben der Frage nach der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Bahn für den Kanton hat die Berücksichtigung der individuellen Arbeits- und Lebenssituationen im Umfeld der Bahn nicht weniger Aufmerksamkeit verdient.
Der Besucher wandelt durch Täler und Tunnel, besucht eine Staziun und eine Werkstattgrube, vertieft sich in die von „Götti Hans“ – einem Bankier im St. Moritz der Jahrhundertwende – überlieferten Berichte über die Ausschweifungen und Lustbarkeiten der Kurgäste während der Belle Epoque, lauscht den Erinnerungen eines Lehrers aus Chur an seine Bähnlerfamilien-Kindheit in einer Bahnstation der 1950er bis 1970er Jahre, oder nimmt Teil an einem Gespräch zwischen einem pensionierten Lokomotivkonstrukteur und einem aktiven Lokführer über die Lokomotive GE 4/4.
Der Besucher wird eingeladen, mitzudenken und anzupacken, sei es an geopolitischen Diskussionen und Entscheidungsprozessen zur Streckenführung am eigens für das Bahnmuseum entwickeltem Topografie-Simulator, oder beim Versuch, am Bremssimulator seine Geschicklichkeit beim punktgenauen Halten eines Zuges mittels einer Vakuumbremse zu testen. Weitere digitale und analoge Interaktionsmöglichkeiten begleiten Jung und Alt durch die Geschichte der Rhätischen Bahn.
Den jungen Besuchern des Bahnmuseums Albula werden auf einem speziell für sie gestalteten Weg durch die Ausstellung Informationen und Erlebnissen vermittelt. Die Kinder erhalten Kinderbillets im Format einer Mehrfahrtenkarte. Über die Ausstellung verteilte mechanische Ticketentwerter dienen als Wegweiser. An jeder dieser Stationen können kindergerechte Information abgerufen oder interaktive Aufgaben gelöst werden; am Viaduktmodell üben Nachwuchs-Baumeister die Konstruktion eines Lehrgerüstes und im Bureau der Staziun versuchen sich junge Stationsvorsteher im Umgang mit Kunden und Angestellten. Es gibt einen nur für Kinder begehbaren Tunnel, eine Kinderbibliothek, einen Bauplatz mit Klötzchen und ein wechselndes Angebot von Kinderworkshops.