


Das Bahnmuseum Albula bietet sowohl Vermittlung und Information als auch Erlebnisse und Aktivitäten: In der Dauerausstellung erfährt der Besucher historische und aktuelle Aspekte aus der über hundertjährigen Geschichte der Rhätischen Bahn, und in den Wechselausstellungen wird man durch eine Vielzahl spannend gestalteter Raumkulissen geführt, durch Lichtinszenierungen und Klangräume, man begegnet virtuellen Animationen und Trickfilmen.
Der Bergüner Bahnhofplatz wird zum Bindeglied zwischen dem Bahnmuseum Albula im ehemaligen Zeughaus und dem aktiven Bahnbetrieb auf der Strecke der Albula-Bahn. Wer mit der Bahn anreist, gelangt direkt zum Haupteingang des Museums, das idealerweise ans Schienennetz der RhB angebunden ist, so dass auch nostalgische Zugkompositionen der verschiedenen historic RhB-Vereine vorfahren können.
Ob Eisenbahnamateure, Schlitteltouristen, Wanderer oder Feriengäste – das Bahnmuseum Albula an prominenter Lage im Bahndorf Bergün gelegen, wird allen etwas bieten.
Bereits jetzt steht in Bergün eine der letzten vier erhaltenen Lokomotiven der Baureihe RhB Ge 6/6, genannt „Krokodil“, mit der Betriebsnummer 407. Nach über 50 Jahren im aktiven Dienst und drei Jahrzehnten als Denkmal – erst vor einer Bank in Zürich-Altstetten und dann in Bergün – soll der „Krokodil“-Lokomotive nun neues Leben eingehaucht werden: Ein Fahrsimulator im Führerstand ermöglicht den Besuchern, die Lokomotive mittels der originalen Schaltern und Hebeln virtuell durch das Albulatal zu steuern. Die Realisierung dieser einmaligen Attraktion verdanken wir Hansjürg Rohrer, Professor für elektrische Maschinen und Zugförderung an der Berner Fachhochschule für Technik und Informatik (BFTI).
Das Museumsgebäude beherbergt neben den Ausstellungsräumen auch umfassende Servicebereiche. Links des Eingangsbereiches liegt das Dienstleistungszentrum (DLZ) der Rhätischen Bahn und der Vereinigung Bergün Filisur Tourismus. Hier gehen Museumsgeschichte und aktiver Bahnverkehr eine weitere Verbindung ein.
Rechts öffnet sich das Buffet, dessen Inneneinrichtung aus originalen Sitzmöbeln verschiedener Speise- und Salonwagen Museumsbesucher und Passanten zum Verweilen einlädt.
Eine durchlässige Holzmembran trennt die beiden Räume von den Wechselausstellungsräumen auf derselben Etage, so dass die Betriebsamkeit der einen Zone in der jeweils anderen wahrnehmbar ist; der Reisegast am Fahrkartenschalter hat Einblick in die Ausstellungsräume und der Museumsbesucher bekommt beim Betrachten einer Ausstellung die Aktivitäten des Reisebetriebs mit.
Die Speisekarte des Buffets soll neben Bündner Spezialitäten auch internationale Köstlichkeiten mit Bezug zur Eisenbahn anbieten wie etwa Darjeeling Tea, der mit dem Darjeeling Express transportiert wurde, oder niederösterreichische Mohnnudeln, wie man sie entlang der Semmeringbahn serviert. Den Bezug zur Geschichte der RhB vermittelt der Eintopf nach traditionellem Rottenküchenrezept, wie er früher zur Verpflegung der Bahnarbeiter gekocht wurde.
Integriert in die Räumlichkeiten des Buffets bietet der Museumskiosk speziell für das Bahnmuseum Albula entwickelte Souvenirs und populäre Artikel zur Bahnkultur aus aller Welt sowie das gesamte RhB-Shop-Sortiment zum Kauf an.
Gut einsehbar vom Buffet aus wird im ersten der beiden Ausstellungsräume im Erdgeschoss als ständige Installation eine Modelleisenbahn von Bernhard Tarnutzer gezeigt. Die Anlage, verblüffend in Präzision und Detailgenauigkeit, zeigt die Albulalinie im Zustand der 1950er und 1960er Jahre. Neben Unterhaltsarbeiten an diesem attraktiven Schmuckstück ist Bernhard Tarnutzer häufig in einer offenen Werkstatt anzutreffen, wo er Alt und Jung Auskunft über den Bau der Anlage gibt.
Mehrmals jährlich werden im zweiten, grösseren Ausstellungsraum Sonderausstellungen zu Bahnthemen verschiedenster Art gezeigt, zum Beispiel: „Das Nachtleben der RhB – der Betrieb auf der Schiene nach Fahrplanende“ / „Jugendliche an Bahnhöfen – Treffpunkte und Problemzonen“ / „Royal Trains - königliche Züge und Salonwagen“ etc.
Die ständig wachsende Sammlung des Bahnmuseums Albula umfasst zurzeit über 400 inventarisierte Objekte, die zum Teil die räumliche Kapazität der Dauerausstellung sprengen. Zusammen mit besonders grossen Objekten werden sie deshalb im Schaudepot zugänglich sein, das sowohl Lager als auch Werkstatt ist und Sammlungsgut aus Rollmaterial, Gleisbau und Kommunikationstechnik beinhaltet. Hier werden auch Basteltreffs und Seminare mit aktiven oder pensionierten Mitarbeitern der Rhätischen Bahn und mit Bahnexperten aller Couleur stattfinden.